Die drei Arten der Aquarianer

Der Aquascaper

Der Wohnzimmeraquarianer

Der Züchter

Der Aquascaper

Die Werkzeuge des Aquascapers

Der Aquascaper ist zuerst Ästhet und Künstler. Bei ihm steht der optische Gesamteindruck des Aquariums im Vordergrund, er malt ein Bild, er gestaltet eine Landschaft. Oft handelt es sich dabei nicht um nachgestaltete Unterwasserlandschaften aus der Natur, sondern um Überwasserlandschaften, mit Bergen, Tälern und Wegen.
Die Idee dazu stammt aus Japan. Daher erinnert Aquascaping auch an Bonsaigärten und folgt festen Regeln und Gestaltungsrichtlinien.
Aquascaper tauschen sich oft online und in Wettbewerben aus, vergleichen und bewerten ihre Designs.
Fische spielen beim Aquascaping keine Rolle, sie sind eher, m. E. unnützes, Beiwerk. Wo Wasser ist, da müssen Fische sein, warum auch immer . Aquascaper verstehen oft viel von Pflanzen und Düngung aber wenig von Fischen.
ich schätze, dass unter 10% der Aquarianer Aquascaping betreiben.

Der Wohnzimmeraquarianer

Das Werkzeug des Wohnzimmeraquarianers.

Das ist der wohl häufigste Typ unter den Aquarianern.
Beim Wohnzimmeraquarianer ist das Aquarium einfach ein Stück Natur im Wohnzimmer. So wie Hund oder Katze sind hier die Fische „einfach da“. Es soll ein Aquarium sein, das dem Aquarianer gefällt, die Fische sollten gesund, munter und arttypisch im Verhalten sein. Vermehren sie sich gilt es als Erfolg, tun sie es nicht, ist es kein Schaden.
Das wesentlichste Merkmal des Wohnzimmeraquarianers ist der Spaß an der Freude, ohne Ehrgeiz oder festes Ziel. Das Aquarium soll einfach funktionieren.
Es ist wie mit dem Hund, man hat ihn, geht deshalb aber nicht ständig in den Hundeverein oder zu Hundeausstellugen.

Der Züchter

Die wichtigsten Werkzeuge des Züchters sind Kescher und Filter.

Der Züchter vermehrt Fische gezielt, das bedeutet, er sortiert aus, um bestimmte Eigenschaften, meist Farben und Flossenformen möglichst konstant in seinem Bestand zu vererben.
Für den Züchter sind die Aquarien Werkzeuge, sie müssen für die Fische optimale Bedingungen und Möglichkeiten zum Ablaichen aufweisen. „Praktisch“ steht im Vordergrund, Schönheit oder Design der Aquarien sind ohne Bedeutung. Oft sind die Becken einfach leere Glaskästen, vielleicht mit einem Bodengitter, damit die Eier durchfallen können und nicht gefressen werden. Der Züchter sammelt die Eier oder die Jungtiere ein, um sie optimal aufziehen zu können. Seine Aquarien sind nicht schon aber zweckmäßig.
Oft vermehrt er Futtertiere wie Artemia, Grindal, Fruchtfliegen oder anderes Kleinstgetier.
Ein Züchter benötigt eine Aquarienanlage mit mehreren Becken, um die Erwachsenen Fische gezielt zusammen bringen zu können und den Nachwuchs nach Alter und Aussehen aufteilen zu können.
Bei sehr engagierten Züchtern entsteht dann schn mal eine Zuchtanlage, das kann dann so aussehen, muss es aber nicht.

Es geht auch mit fünf oder sechs Aquarien im Wohnzimmer.
Züchter sind meist in Vereinen organisiert, denn erst dann haben sie die Möglichkeit auf den Fischbörsen anderer Vereine ihre Fische zu verkaufen.
Wirklich guten Züchtern gelingt es manchmal Fische an den Handel oder sogar den Großhandel abzugeben, das ist aber nicht der Regelfall.

Was macht man daraus für sich?

Die Frage stellt sich nur für den Wohnzimmeraquarianer, die anderen wissen was sie wollen.
Vom Aquascaper können wir viel über die Ästhetik des Designs lernen, vom Züchter viel über die Bedürfnisse der Fische.
Den Weg für unser Aquarium müssen wir selbst finden. Hilfreich sind Aquarienvereine, dort ballt sich praktisches Wissen, und das Internet, z. B. bei https://www.wohnzimmeraquarium.de